WISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN

Ein Auszug aus der Koordinationsdynamiktherapie

Coordination Dynamics Therapy Place Tartu
Autor: Dr. Giselher Schalow – Übersetzt von Ines Budny

Die „Schalow-Koordinationsdynamiktherapie“ ist in erster Linie eine auf Bewegung basierende Therapie, die auf Messungen des menschlichen Zentralnervensystems (ZNS) basiert. Diese neurotherapeutische Behandlung nach Schalow leitet sich aus der Theorie ab, dass die Selbstorganisation neuronaler Netzwerke des menschlichen ZNS durch Lernen verändert werden kann. In einer effizienten Therapie kann der Fortschritt so stark sein, dass man von einer Teilheilung sprechen kann. Die Reparatur durch Lernen wird hauptsächlich erreicht durch (1) eine Verbesserung des koordinierten Feuern von Neuronen im menschlichen ZNS (das nach einer ZNS-Verletzung beeinträchtigt ist), (2)  das Trainieren von Bewegungen, die wie Automatismen und althergebrachte Bewegungen tief im ZNS verankert sind, und durch (3) die Ausübung rhythmischer-dynamischer stereotyper Bewegungen (wie das Springen auf einem Sprungbrett), um die Verletzung des ZNS stufenweise zu reparieren. Prämotorische Wirbelsäulenoszillatoren sind ein Beispiel für ein solches Ensemble einer solchen selbstorganisierenden Gruppe von Nervenzellen. Um die Patienten weiterhin in eine koordinierte rhythmisch-dynamische stereotype Bewegung zu bringen, ist eine Unterstützung durch Therapiegeräte und Therapeuten notwendig.

Da das menschliche ZNS ein offenes System ist, kann es nicht repariert werden, indem nur eine Bewegung ausgeführt oder nur ein einziges neuronales Netzwerk aktiviert wird. Viele koordinierte rhythmisch-dynamische stereotype Bewegungen müssen ausgeübt werden. Da gerade bei Rückenmarksverletzungen eine funktionelle Reorganisation des ZNS nicht ausreicht, um eine Reparatur zu erreichen, sind neue Nervenzellen und neue Verbindungen erforderlich. Die Patienten müssen an ihre Grenzen (20 bis 30 Stunden pro Woche für mindestens 0,5 Jahre trainieren) gehen, um auf natürliche Weise alle verfügbaren Reparaturmechanismen auszulösen, einschließlich des Aufbaus neuer Nervenzellen aus Stammzellen. Um die neuen Nervenzellen an den entsprechenden funktionellen Netzwerkstandort zu bringen, müssen die neuronalen Netzwerke einschließlich der beschädigten Teilnetze integriert aktiviert werden.

Eine teilweise Heilung einer ZNS-Verletzung kann nicht durch eine reine Zellanwendung oder Pharmakotherapie erreicht werden. Um den Aufbau neuer Nervenzellen zu induzieren, müssen die neuen Nervenzellen dort positioniert werden, wo sie funktionell benötigt werden, um Verbindungen zu anderen Nervenzellen herzustellen. Und diese neuen Nervenzellen müssen in Koordination mit den vielen vorhandenen Neuronen arbeiten, um an der physiologischen ZNS-Organisation teilzunehmen. Am Beispiel eines Computers wird deutlich, dass man nicht nur Hardware, sondern auch Software benötigt. Mehr Speicher oder schnellere Prozessoren reichen für eine bessere Funktion des Computers nicht aus, außerdem ist die entsprechende Software erforderlich. Die Eigenschaften von Nervenzellen, Synapsen und Membranen sind Teil der „Hardware“ des menschlichen ZNS. Über die Organisation des menschlichen ZNS, der menschlichen ZNS-Software, ist wenig bekannt. Die “Schalow Coordination Dynamics Therapy” verbessert die funktionale Organisation des gestörten menschlichen ZNS, d. h. die “Software” und “Hardware” des menschlichen ZNS, durch den umfassenden Einsatz von “Software”. Der große Vorteil des „menschlichen ZNS-Computers“ gegenüber herkömmlichen Computern besteht darin, dass die erforderliche „Hardware“ durch übermäßigen Einsatz von „Software“ verbessert werden kann.

Mit dieser Methode kann ein Fortschritt der Reparatur des ZNS quantifiziert werden, indem (1) die Verbesserung von Bewegungen wie Krabbeln, Gehen oder Laufen gemessen wird, (2) die Funktion des ZNS über den Parameter der Koordinationsdynamik gemessen wird (Arrhythmie koordinierter Arm- und Beinbewegungen). (3) elektromyographisches Aufzeichnen von Motorprogrammen, (4) Testen der Muskelleistung und auf andere Art und Weise.

Abb. 2. Muskelleistungstest nach Prof. Pääsuke bei einem Patienten mit Rückenmarksverletzung (Institut für Physiotherapie und Sportwissenschaften, Universität Tartu, Estland). Wenn die rote Lampe blinkt, muss der Patient das rechte Bein so schnell wie möglich strecken. Die Reaktionszeit (Leitfähigkeit durch das Rückenmark) und die Dynamik der Muskelkraftentwicklung werden gemessen.

http://www.coordination-dynamics-therapy.com/therapy-place.htm
Chief Physiotherapist: Ivi Saaremets
Tel: +3725276822   E-Mail: Schalowou@hotmail.com

“Denn jedes Leben verdient Leichtigkeit.”

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